Können Maschinen denken?


Diese Frage zu beantworten, fällt Science Fiction Freunden leicht: Sie denken an ihre oftmals recht eigenwilligen, sprachbegabten, zahlreiche Probleme auf kreative Art lösenden Helden R2D2 und 3PO und wissen: natürlich können Roboter denken, wenn auch nur „in einer weit, weit entfernten Galaxis“.
In irdischen Gefilden ist die Frage deutlich stärker umstritten, zumindest seit der sogenannte „Schachtürke“ im Jahr 1769 mir bemerkenswerten Fähigkeiten beeindruckte, die freilich schnell als Täuschung entlarvt wurden. Jedermann kann jedoch auch heute die schmerzliche Erfahrung machen, mehr oder minder schnell von einem Schachprogramm „matt“ gesetzt werden. Können Maschinen also doch denken?

Mit dieser Frage hat sich der Philosophiekurs EF in den vergangenen Wochen intensiv beschäftigt. Ausgang der Überlegungen war der Turing-Test, eine von dem britischen Mathematiker vorgenommene Umformulierung der Frage nach der Denkfähigkeit der Maschinen: Kann man mit meinem Computer kommunizieren, ohne zu bemerken, dass es eine Maschine ist? Nachdem die philosophischen Implikationen dieses Tests ausgelotet waren, wurde das von dem Computerpionier Joseph Weizenbaum entwickelte Sprachprogramm „ELIZA“ analysiert und aktuelle Positionen der Auseinandersetzung um die Künstliche Intelligenz (Searl, Moravec) diskutiert.

Um auch einen Einblick in die informationstechnologische Seite der Fragestellung zu gewinnen, konnten die SchülerInnen das Heinz Nixdorf Institut in Paderborn besuchen, wo sie von Herrn Dr. Selke und seinem Kollegen, dem Alt-Einsteiner Felix Winkelnkemper, empfangen wurden. (Hier nochmals unser Dank an Herrn Populoh, der die Klausurpläne unseren Exkursionsplänen solange angeglichen hat, bis alle KursteilnehmerInnen an der Exkursion teilnehmen konnten.) Die beiden Informatiker informierten die SchülerInnen über Meilensteine der KI-Forschung, erläuterten Forschungsansätze und zeigten zahlreiche offene Fragen auf. Im Anschluss an diese Vorträge konnten die SchülerInnen noch eine Führung durch das weltweit größte Computermuseum, das Heinz Nixdorf Museum, unternehmen und zahlreiche Exponate aus der Geschichte der Informationsverarbeitung, von der altägyptischen Protokeilschrift bis hin zu modernsten Computer-Avataren, bestaunen und in ihrer Funktion ausprobieren.




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